Was sind REITs?

Den Begriff “Real Estate Investment Trust” hat man im Finanzbereich schon oft gehört. Hier wird erklärt, was das Besondere an REITs ist.

Real Estate Investment Trust (REIT)

Ein REIT ist ein börsennotierter Immobilienfonds. Dabei handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, die mit Immobilien Gewinne erzielt. Denkbar wären zusätzlich noch Nebengeschäftsfelder außerhalb des Immobilienbereichs. Doch das Real-Estate-Business ist der Schwerpunkt eines REITs.

Die Immobilien-Aktiengesellschaften verdienen an der Vermietung und am Verkauf eigener Immobilien. Zusätzlich zu ihrem Immobilienvermögen können REITs auch Beteiligungen an anderen Real-Estate-Unternehmen oder z.B. an Immobilienkrediten besitzen.

REITs für mehr flüssiges Kapital

Die Gründung von Immobilien-Kapitalgesellschaften gibt sowohl Unternehmen wie auch Staaten die Möglichkeit, ihre genutzten Gebäude und Grundstücke in flüssige Mittel zu verwandeln, indem sie diese an die Börse tragen. Die Nutzungsmöglichkeit bleibt weiterhin erhalten, doch zusätzliches Kapital fließt in die Unternehmenskasse.

Halter von Immobilien besitzen stille Reserven. Aus buchhalterischer Sicht darf Vermögen nicht höher bewertet werden, als seine Anschaffungskosten. Wertsteigerungen von Grundstücken werden eigentlich nicht erfasst, da ihr Marktwert meist viel höher liegt als ihr Bilanzwert. Um die Wertsteigerung am Markt bzw. die stillen Reserven auch in der Bilanz zu sehen, muss die Immobilie erst verkauft werden. Dies kann direkt geschehen, oder eben in Form einer Kapitalgesellschaft, die diese Immobilien hält und an der Investoren Beteiligungen erwerben können.
Ein entscheidender Vorteil von REITs liegt in den liquiden Mitteln, die dem Unternehmen durch die Veräußerung zufließen. Hinzu kommen steuerliche Vorteile. Allerdings unterliegen die ab 2007 auch in Deutschland zugelassenen REITs Pflichten. Eine davon ist die Pflicht, 90% des erzielten Gewinnes als Dividende auszuschütten.

Soziale Probleme durch Immobilienfonds

Zu solchen staatlichen Immobilien können auch Wohnungen mit geregelten Mieten (z.B. Mietpreisbindung) gehören. Wenn diese aber nun von Investoren mit anderen Interessen als der sozialverträglichen Verfügungsstellung von Wohnraum aufgekauft werden, könnte es zu Problemen für die Betroffenen kommen. Dabei ist es zweitrangig, von welcher Art Fonds diese sozialen Härten genau verursacht wurden.

Die Süddeutsche online hat in einem Artikel über die Vertreibung von Mietern in Queens gezeigt was geschehen kann, wenn rein gewinnorientierte Spekulanten ehemals öffentlichen Wohnraum kaufen.
Entscheidend für soziale Probleme im Wohnbereich ist aber wohl eher die Frage, wer was an wen zu welchen Bedingungen verkaufen darf. Dem Konstrukt REIT, das in anderen Situationen betriebswirtschaftlich sehr vorteilhaft sein kann, braucht man hierfür nicht die Schuld zu geben.


weitere Artikel

This entry was posted in Finanzbegriffe and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.